Neues Sturmvogel-Profil beim “apabiz”

Sturmvogel Das Berliner “antifaschistische pressearchiv und bildungszentrum e.V.”, apabiz, stellt auf seiner Homepage regelmässig Informationen über rechte Organisationen zur Verfügung. Das 1996 erstellte Profil des “Deutschen Jugendbund Sturmvogel” wurde nun gründlich überarbeitet und um eine Reihe von Fakten ergänzt.

Mit freundlicher Genehmigung des “apabiz” wird an dieser Stelle der Text des überarbeiteten Sturmvogel-Profils veröffentlicht.

Deutscher Jugendbund Sturmvogel

 

Stand des Artikels: 2010

 

Gründung: 5. September 1987 in Lippoldsberg

 

Sitz: Postfach in 21055 Hamburg

 

Mitglieder: Mitglieder und/oder Funktionäre waren oder sind: Rudi Wittig (Alt-Bundesführer), Karin Wittig, Ralf Küttelwesch (ehem. stellvertretender Bundesführer), Elmar Mehldau (ehem. Herausgeber des Sturmboten), Birgit Golombek, Reiner Schmitz, Markus Eickhoff.

 

Struktur: Die Mitglieder des Deutschen Jugendbundes – Sturmvogel spalten sich 1987 zusammen mit dem Arbeitskreis Junge Familie von der Wiking Jugend (WJ) ab. Die Bundesregierung bezeichnet im Jahre 1995 den Sturmvogel als »Jugendorganisation des Arbeitskreises Junge Familie«.[1] Der erste Bundesführer Rudi Wittig war jahrelanger Bundesfahrtenführer der WJ; WJler Reiner Schmitz wurde 1978 vom Verfassungsschutz als Funktionär der NSDAP/AO bezeichnet.[2] Gründe der Abspaltung sollen in den Differenzen zwischen Wittig und dem damaligen Bundesführer Wolfgang Nahrath gelegen haben. Der WJ wurde vorgeworfen, sich zu stark politisiert zu haben und nicht »brauchtumsgemäßes« Verhalten zu dulden, wie den Konsum von Zigaretten und Cola.

In seiner Selbstdarstellung bezieht sich der Bund auf einen Vorläufer von 1924, den Sturmvogel – Bund deutscher Jugendwanderer, zu dem es aber keinerlei erkennbare authentischen Bezüge gibt [Vgl. Materialien Nr. 2]. Im Bund können Jungen und Mädchen Mitglied werden. Sie unternehmen gleiche Aktivitäten, aber immer nach Geschlecht getrennt. So werden Fahrten zum Teil zeitgleich in dieselbe Region, aber unabhängig voneinander unternommen.

Der Sturmvogel verfügt Anfang der 1990er-Jahre über Gruppen in mehreren Städten, Schwerpunkte sind Köln-Dellbrück, Hamburg, das nord-östliche Niedersachsen (Toppenstedt), Schleswig-Holstein, Hessen und Baden-Württemberg. Die dort gelegenen Fahrtengruppen trugen Namen wie Chatten, Cherusker, Hermann Löns, Gerfalke (Mädchengruppe), Fenriswolf, Ostara, Herwör (Mädchengruppe) oder Landsknechte.

Neben dem Sturmvogel auf weiß-rotem Wappen und dem Balkenkreuz-Wimpel benutzen die Fahrtengruppen u. a. die Wolfsangel und Landsknecht-Symbole; der Bund verwendet »germanische« Monatsnamen und Runensymbole. Die Kluft besteht aus schwarzem Rock bzw. Hose und grüner Bluse bzw. Hemd. Die Aufnahme in den Bund wird durch die Verleihung des Halstuches am »Bundesfeuer« besiegelt.

In den 2000er-Jahren sind vor allem Mitglieder in Norddeutschland bekannt geworden. Mehrere Alt-Sturmvögel sind mit ihren Familien in Mecklenburg-Vorpommern nahe Wismar heimisch geworden. Auch im nördlichen Niedersachsen (Landkreis Winsen/Luhe) sind Mitglieder aktiv.

 

Aktivitäten: Im Jahreslauf werden durch den Bund mehrere Lager und Fahrten durchgeführt, ein Lager dient als Bundestag. Für die Jüngeren werden u. a. einwöchige »Pimpfenlager« durchgeführt. Aus den 1990er-Jahren sind sogenannte »Wolfsangelmärsche« belegt, Gewaltmärsche, bei denen 150 km in fünf Tagen zurück gelegt werden müssen. Diese »Wolfsangelmärsche« sind aus rechtsextremen Jugendorganisationen wie Bund Heimattreuer Jugend (BHJ) und Wiking Jugend (WJ) bekannt. Zwischen den Fahrten werden u. a. »Heimabende« durchgeführt. Anfang der 1990er-Jahre finden »Landdienste« auf Bauernhöfen statt. Der Bund nimmt an überbündischen Treffen wie Singewettstreiten und Burgfesten teil.

Die Gruppen des Sturmvogel führen Fahrten durch, deren Schwerpunkt in den 1990er-Jahren in Osteuropa liegt. Bevorzugt werden »deutsche Siedlungsgebiete« wie das Sudetenland, Oberschlesien, Ungarn, das Elsaß oder Pommern aufgesucht. Die Kontaktaufnahme mit der deutschstämmigen Bevölkerung und die Besichtigung von »Spuren deutscher Geschichte« stehen auf den Fahrten im Vordergrund. So wurden beispielweise auf einer »Oberschlesienfahrt« die dortigen Deutschen Freundeskreise (DFK) besucht.

1990 findet eine Fahrt nach Siebenbürgen statt, an der Ralf Küttelwesch und die Funktionärin der Wiking Jugend Edda Schmidt teilnehmen. Der Sturmvogel nimmt 1992 mit einer Abordnung an der Ijzerbedevaart teil, dem jährlichen Nationalisten-Treffen in Flandern, zu jener Zeit internationaler Treffpunkt rechtsextremer und neonazistischer Gruppen. 1993 nehmen Mitglieder des Sturmvogels am Rudolf Heß-Gedenkmarsch in Fulda teil. Im Oktober des gleichen Jahres werden Mitglieder des Sturmvogels bei Wehrsportübungen beobachtet.

1994 beteiligt sich eine Gruppe des Sturmvogel nach Aussagen des Veranstalters an dem Augsburger Singewettstreit, an dem weitere extrem rechte Jugendgruppen teilnehmen. Dies führte zu heftigen Kontroversen zwischen den Veranstaltern und demokratischen Gruppierungen. Im Januar 1995 nahm der Jugendbund Sturmvogel gemeinsam mit anderen Jugendbünden an einer »Jugendtagung der Witikonen« teil: »Dieses Treffen war laut »Witiko-Brief«, der Publikation des extrem rechten Witiko-Bundes, auch »zugleich ein überbündisches Treffen. Mehrere Jugendbünde (Freibund, Heimattreue Jugend, Niedersächsische Volkstumsjugend, Fahrende Gesellen, Sturmvogel) waren eingeladen und gestalteten das Programm mit«.[3]

Aus den 2000er-Jahren sind Fahrten nach Finnland, in die Normandie, Savoyen, Schottland und Norwegen bekannt. 2007 findet ein »Pimpfenlager« in Brook bei Grevesmühlen statt. Für das Jahr 2008 wurden eine Bundesfahrt ins Elsaß (März), ein Pfingstlager und ein »Pimpfenlager« im Sommer angekündigt.

Im Oktober 2008 nehmen Mitglieder des Sturmvogel an dem »14. überbündischen Burgfest« auf der Burg Hohnstein in der Sächsischen Schweiz teil.[4] Ein »Winterlager« findet 2009 in der Jugendfreizeitstätte Recknitzberg im Landkreis Bad Doberan mit rund 40 Jugendlichen aus Norddeutschland statt.[5]

 

Publikationen: Seit 1991 erscheint dreimal im Jahr Der Sturmbote, bis 1997 herausgegeben von Elmar Mehldau. Die Zeitung berichtet vom Verbandsleben und bietet historische Betrachtungen zu den Traditionen der Freikorps in Oberschlesien oder der bündischen Siedlungsbewegung der Artamanen. Der Arbeitskreis Junge Familie gibt das Blatt Neue Familie heraus.

Von einer Fahrt nach Siebenbürgen 1990 verfassen Ralf Küttelwesch und Edda Schmidt einen ausführlichen Bericht, der unter dem Titel Auf dem Weg nach Temeschwar im Helios-Verlag erscheint. 2004 erscheint eine CD Von nah und fern. 15 deutsche Volks- und Fahrtenlieder im Selbstverlag, die über das Antiquariat des Alt-Bundesführers Wittig erhältlich ist.

Es erscheinen weiterhin unregelmäßig Bildbände und »Jahrweiser« genannte Kalender. Von 2002 bis Ende 2009 betreibt der Bund eine eigene Internetseite, für die Markus Eickhoff aus Wulfsen verantwortlich zeichnet.[6]

 

Programmatik:

Der Jugendbund Sturmvogel stellt sich selbst in die Tradition des Wandervogels und der bündischen Jugend. In seinen Publikationen orientiert sich der Sturmvogel stark an den völkischen Traditionen der 1920er-Jahre. Vor allem der »Landdienst« und die »Grenzlandfahrten« der nationalistisch und völkisch geprägten Gruppen der Zwischenkriegszeit werden in den Publikationen des Sturmvogel stark positiv gewürdigt und imitiert. Der Sturmvogel bespricht in seinen Publikationen die historische Tätigkeit von Gruppierungen wie den Artamanen, das Freikorps Oberland, die Wandervogel-Hundertschaft und weitere deutschnational, militaristisch und völkisch geprägte Gruppierungen.

In ihrer Selbstdarstellung beziehen sie sich auf einen Vorläufer des Sturmvogel von 1924.[7] Unter Bezug auf den nationalrevolutionären Vordenker der Weimarer Zeit, Karl Otto Paetel, wird das Frontsoldatentum als »drittes Element« der bündischen Tradition bezeichnet.[8]

In einem »Elite« überschriebenen Artikel von »Arndt« heißt es 1992:

»Mit keinem Begriff war und ist die Bündische Jugend mehr verwurzelt als mit dem der Elite. (…) Der Neuling, der Aufnahme in eine Gruppe finden wollte, mußte sich zunächst als Kamerad bewähren. Treue zur Gruppe und ihrem Führer, die Fähigkeit zur Kameradschaft und musische Veranlagung waren unabdingbar.«[9] Die Erfahrung der begeisterten bündischen Kriegsteilnehmer veränderte nach deren Heimkehr die Bünde, erweiterte ihre Tradition also um das Frontsoldatentum. »Arndt« beschreibt dies so:

»Allzuoft fanden die Feldsoldaten ihre Gemeinschaften in Auflösung begriffen. In der Heimat hatten Mädchen und Frauen die an der Front stehenden Führer zu ersetzen versucht, und damit natürlich auch prägend auf die Gruppen eingewirkt. Schlabberkleider, Ausdruckstanz, Paarbildung auf Fahrt und Lebensreform vertrugen sich nicht mit der neuen soldatisch-ordensmäßigen Gesinnung.«

Bund und Demokratie wird von maßgeblichen Mitgliedern des Sturmvogel 1992 als unvereinbar bezeichnet. So schreibt der Autor »Elm« (d. i. Elmar Mehldau) zu »Begriff und Bedeutung« dieses Wortpaares: »Als Bund, der vor allem durch seine Taten lebt, sprechen wir eine Tatsache aus, die auf der Hand liegt, aber scheinbar bisher niemand wahrhaben wollte: Demokratie und freier Jugendbund schließen sich aus!« Die demokratischen Prinzipien existierten, um den Staat zu ordnen, nicht aber den Bund, der jenseits des Staates stehe: »Die Jugendbewegung hörte genau zu der Zeit auf, sich zubewegen, als immer mehr Bünde sich zu integrieren begannen [in den Staat, d. V.]. Frei waren immer nur die, die jenseits standen. Alle anderen waren und sind – gewollt oder ungewollt – Staatsjugend!« Statt des demokratischen Prinzips gelte in den Bünden das Prinzip der Elite (Aristokratie) und der Auswahl. Nochmal Elm: »Die Idee des Edlen prägte die freien Bünde (…) Die Macht der großen Zahl tritt hinter der, der Edlen zurück. So war es Art der Vorkriegsbünde. So ist es unsere. Wenn uns Bünden heute der Vorwurf gemacht wird, wir seien extrem, so nehmen wir das hin. Unser Platz kann nur außerhalb sein.«[10]

Auf der Ijzerbedevaart 1989 nimmt der Bund das Balkenkreuz des Deutschen Ritterordens auf den Wimpel auf. »Wir hoffen, dass einmal der Tag kommt, an dem wir die Kreuzwimpel ablegen können, weil über der Marienburg das Ordensbanner die aufgehende Sonne begrüßt.« Damit greift der Bund eine Tradition auf, die 1923 vom Deutschen Pfadfinderbund, Fahrenden Gesellen und Freischar junger Nation begründet worden war, »um an die anhaltende Teilung unseres Landes und den Raub der Ostgebiete zu erinnern. Heimkehrenden Ostlandfahrern wird der Ehrenwimpel am Bundesfeuer verliehen.«[11]

Die Moderne wird in ihren technischen und zivilatorischen Entwicklungen durchgängig abgelehnt: »Mit unseren Zielen möchten wir jungen Menschen eine Möglichkeit geben, ihr Leben jenseits von Fernsehgeräten und Computern aktiv zu gestalten. (…) Es ist uns wichtig, jungen Menschen eine Perspektive zu vermitteln, bevor sie sich in der Scheinwelt der »modernen Gesellschaft in Drogenkonsum, Ziellosigkeit und Sinnverlust verstricken«. Jedoch wolle man »gestaltend auf unsere Zeit einwirken«. Deshalb seinen Mitglieder des Bundes auch im Roten Kreuz, bei der Feuerwehr, Umweltverbänden, Kultur- und Sportvereinen aktiv.[12]

 

Zusammenarbeit: Mitglieder des Sturmvogels engagierten sich bei den Republikanern und der Deutschen Liga für Volk und Heimat. Ralf Küttelwesch referierte 1990 bei dem Bund deutscher Unitarier und beteiligte sich in leitender Funktion an der Initiative Gesamtdeutschland. Freundschaftliche Kontakte wurden zur Münchener Burschenschaft Danubia gepflegt, in der auch Ralf Küttelwesch Mitglied ist. Das Haus der Danubia in München wurde mehrfach aufgesucht, u. a. bei Fahrten.

Der Hamburger Daniel Junker warb auf den Seiten des Sturmboten für die Landsmannschaft Mecklenburgia-Rostock zu Hamburg (1992).[13] Ebenfalls im Sturmboten wird mehrfach Mitgliedern des Nerother Wandervogels gedankt. Über die Teilnahme an Treffen des sogenannten Überbündischen Kreises gibt es Kontakte zu anderen Jugendbünden wie Freibund, Fahrende Gesellen, Heimattreue Deutsche Jugend u. a.

Im Frühjahr 2006 erscheint in der Zeitung der mittlerweile verbotenen Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) eine Geburtsanzeige einer Familie aus Kalsow (M-V).

In der Jugendburg Ludwigstein ist laut Presseberichten von 2010 der Jugendbund Sturmvogel »mittlerweile unerwünscht«: »Wegen seiner Positionen wurde der ‘Sturmvogel’ unlängst zu einem Gespräch geladen. ‘Deren Bundesführer weigerte sich jedoch, seinen Klarnamen zu nennen. Dies ist mit den Grundsätzen nicht vereinbar’«, so Karin Peter, Bundesführerin der Deutschen Freischar.[14]

 

Bedeutung: Der Jugendbund Sturmvogel ist eine extrem rechte Jugendorganisation. Sie entstand als Abspaltung von der neonazistischen Wiking Jugend unter deren ehemaligen Bundesfahrtenführer. Sie vermittelt Jugendlichen völkische und antidemokratisch-elitäre Elemente der deutschen Jugendbewegung und anderer Organisationen aus den 1920er-Jahren. Ihr Rückgriff auf die historischen Jugendbünde sowie eines weitgehend unbekannten eigenen Vorläufers erscheinen nicht authentisch. Bündische und Pfadfinder-Gruppen grenzen sich vom Sturmvogel z.T. öffentlich ab.

Kontakte zur verbotenen HDJ haben Befürchtungen geweckt, die Gruppierung könne sich zumindest in Norddeutschland zu einem Sammelbecken deren Mitglieder entwickeln. In den Anfangsjahren waren Mitglieder des Verbandes intensiv in anderen Organisationen im rechtsextremen Lager eingebunden. (B)

 

Autoren: Michael Bauerschmidt, Susanne Brandt, Ulli Jentsch, Kurt Ohrowski

 

Anmerkungen:

 

1 Deutscher Bundestag: Drucksache 13/1461 vom 19.05.1995, zit. n. http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/13/014/1301461.asc (Auszug hier abgedruckt als Materialien Nr.1)

 

2 Laut einer bündischen Publikation hätten sich auch »ehemalige Nerother und Pfadfinder aus der DPB Westmark« dem Sturmvogel angeschlossen. Vgl. Die Buschtrommel. Heft 1/1989, S.3.

 

3 Siehe Anm.1

 

4 Vgl. http://recherche-nord.com/cms/index.php?option=com_content&task=view&id= 116&

Itemid=100, eingesehen am 31.01.2010.

 

5 Röpke/Speit: Rechte Brutpflege, taz v. 07.01.2010.

 

6 Vgl. Röpke/Speit: Völkische Erziehung, in: blick nach rechts Nr.01/2010 v. 07.01.2010

 

7 Vgl. Sturmbote 3/91, S.44 sowie www.sturmvogel.de (offline). Genauere Hinweise auf den historischen Sturmvogel fallen offenbar dem heutigen Bund schwer, siehe Materialien Nr.3.

 

8 Vgl. Elmar Mehldau: Das dritte Element. In: Der Sturmbote 2/92, S.46-50

 

9 Artikel »Elite« v. ‘Arndt’, in: Der Sturmbote Nr.2/92, S.62

 

10 Artikel »Begriff und Bedeutung« v. ‘Elm’ (d. i. Elmar Mehldau), in: Der Sturmbote Nr.2/92, S.65

 

11 Artikel »Der Balkenkreuzwimpel«, in: Der Sturmbote Nr.3/91, S.44

 

12 Vgl. Sturmvogel Jahrweiser 2006.

 

13 Zu Junker vgl. http://www.rabenclan.de/index.php/Magazin/KuehneSpicerORDKap71 sowie hier http://www.keine-stimme-den-nazis.org/index.php?option=com_content&task=view&id=2231

 

14 Zit. n. Röpke/Speit: Rechte Brutpflege, taz v. 07.01.2010.

 

 

 

Weitere Materialien:

 

Über den Bereich der rechten Jugendbünde berichtet regelmäßig

der Blog http://rechte-jugendbuende.de/.

 

Nr.1:

 

Bauerschmidt, Brandt, Jentsch, Ohrowski: Profil Deutscher Jugendbund – Sturmvogel, in: Mecklenburg, Jens (Hg.): Handbuch Deutscher Rechtsextremismus, Berlin 1996, S.250f

 

Nr.2:

 

Auszug aus Deutscher Bundestag: Drucksache 13/1461 vom 19.05.1995, zit. n. http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/13/014/1301461.asc

 

»4. Welche verfassungsschutzrelevanten Kenntnisse hat die Bundesregierung über den »Sturmvogel«?

 

Eine Gruppierung »Sturmvogel — Deutscher Jugendbund« wies Ende der 80er Jahre Anhaltspunkte für rechtsextremistische Bestrebungen auf. Sie galt als Jugendorganisation des »Arbeitskreises Junge Familie«. Beide Gruppierungen waren Abspaltungen der inzwischen verbotenen »Wiking-Jugend e.V.« (WJ). Seit etwa 1990 liegen keine Erkenntnisse über weitere Aktivitäten vor.«

[Man schaue sich dazu die Aktivitätenliste zwischen 1990 und 1995 an. - Anm. d. Verf.]

 

Nr.2:

 

Zitat aus Der Sturmbote Nr.2/92, S. 55:

 

»Zum historischen Sturmvogel ist zu sagen, daß es sich um einen kleinen Wandervogelbund handelte, der sich 1923 dem DWV anschloß und später noch einmal als “Gefolgschaft deutscher und österreichischer Jungen”, ein auf Auslese bedachter Bund, auftaucht. Im Übrigen sind die Spuren dünn und die zeitlichen Abstände zu groß, als daß wir eine ausreichende Grundlage für ein Traditionsbewußtsein gerade diesem Bund gegenüber haben könnten.«

 

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